Posts Tagged ‘Wirbelsturm’

Hurrikan, Taifun oder Zyklon - welcher ist der Wirbelsturm?

Donnerstag, Oktober 2nd, 2008

Stürme kennen wir alle, vor allem in den USA und in Asien, doch zwischendurch auch immer mal wieder in Europa. Der Eine nennt ihn Hurrikan, in den 80ern war es ein Orkan, dann hört man von einem Zyklon, und irgendwo ist auch noch ein Taifun und Tornado unterwegs. Hier in Thailand, besonders in unserer Low-Season / Nebensaison / Regenzeit / Green Season zwischen Mai und Oktober, hört man immer wieder von diesen Stürmen. Doch wer ist wer, wo und was ist der Unterschied?

Ab einer Windstärke von 9 spricht man von einem Sturm, Windstärke 12 bezeichnet man als Orkan, ein Sturm mit einer Windgeschwindigkeit von mindestens 118 km/h und die Geburt eines tropischen Wirbelsturms.

Jetstreams (globale Ausgleichsbewegungen in sehr großen Höhen zwischen verschiedenen Temperaturregionen bzw. Hoch- und Tiefdruckgebieten) sind die stärksten, natürlichen Winde auf der Welt. In ihnen hat man Sturmrotations-Geschwindigkeiten von bis zu 500-650 km/h gemessen. Oft sind sie ‘Antrieb’ für Tornados und Hurrikane, die über 10 km in die Höhe ragen können.
Alle tropischen Wirbelstürme rotieren zyklonal, auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn und auf der Südhalbkugel im Uhrzeigersinn.

Je nach Region der Entstehung tragen tropische Wirbelstürme unterschiedliche Namen. Doch eins haben sie alle gemeinsam: sie entstehen über dem Meer, wenn das Oberflächenwasser eine Temperatur von mindestens 26 Grad Celsius hat und stark verdunstet. Heiße Luft steigt auf und befördert viel Energie, diese aufsteigende Luft gerät durch die Erddrehung ins Rotieren und kann so einen gewaltigen Wirbelsturm entstehen lassen.

- Im Atlantik und Ostpazifik spricht man von einem Hurrikan. Die Karibik wird pro Jahr von 10 bis 20 Hurrikanen heimgesucht, meist in den Monaten August bis Oktober.
Ein Hurrikan kann eine Rotationsgeschwindigkeit von bis zu 250 km/h und einen Durchmesser von ein paar hundert Kilometern erreichen. Mit langsamen 10-30 km/h bewegen sie sich über das Meer und später auch über Land. Das Besondere ist das Auge des Hurrikans, mit einer Grösse von 15-25 km Durchmesser ist es so gut wie wolkenlos und ganz windstill.

- Im Golf von Bengalen (nördlicher Teil des Indischen Ozeans, zwischen Indien, Thailand und Sumatra), im Indischen Ozean südlich des Äquators im Bereich von Madagaskar, Mauritius und der afrikanischen Ostküste, sowie im Südwestpazifiks werden die Stürme als Zyklone bezeichnet. Ein Zyklon kann bis zu 20 Meter hohe Wellen mit sich bringen und kommt am häufigsten im Indischen Ozean im Mai/Juni und September/Oktober vor.

- Im nordwestlichen Teil des Pazifischen Ozeans, also im ost-asiatischen Raum, werden tropische Wirbelstürme als Taifune bezeichnet. Diese Gegend ist die aktivste, ein Drittel der weltweit verzeichneten tropischen Wirbelstürme tritt hier auf. Im Jahre 2001 brachte ein Taifun in einem Tag 800 mm Regen, das entspricht dem deutschen Jahresdurchschnitt. Der weltweit flächengrößte Sturm war Taifun ‘Tip’ (1979) im Pazifik, mit einer Spitzengeschwindigkeit von über 300 km/h und einem Durchmesser von 2.200 km!

Alle Stürme verlieren irgendwann ihre Kraft, entweder durch Landkontakt, zu kaltem Wasser, trockene Luftmassen oder zu hoher Scherung. Der Wirbelsturm ‘John’ (1994) war bisher der ausdauerndste Sturm. Er ist einer der wenigen mit beiden Bezeichnungen; sowohl Hurrikan als auch Taifun ‘John’. Während seines Daseins, stürmte er für 31 Tage und 13.000 km vom Ostpazifik einmal quer rüber in den Westpazifik und wieder zurück bis in den Zentralpazifik.

In den USA gibt es dann auch noch die Stürme an Land: Tornados, auch Großtromben oder Twister genannt. Sie entstehen bei einer bestimmten Wetterlage, wenn zwei große Luftmassen unterschiedlicher Temperatur und Feuchtigkeit aufeinander treffen. Es bildet sich ein Wolkenschlauch, der aus den Wolken Richtung Boden wächst. Sobald er den Boden erreicht hat, läuft er mit einer ungeheuren Kraft quer über das Land und saugt alles ein, was ihm in die Quere kommt. Ein grosser Tornado kann Windgeschwindigkeiten von bis zu 400 km/h erreichen. Der eigentliche Sturm ist gar nicht mal sehr gross, im Durchschnitt zwischen 50 und 500 Metern im Durchmesser, doch hat er eine enorme Kraft und kann ganze Häuser wegfegen. Das allein ist nicht die einzige Gefahr des Tornados, im Inneren des Sturms, das so genannte Auge, fällt der Druck innerhalb von ein paar Minuten so stark ab, dass Häuser quasi explodieren.
Die meisten Tornados entstehen im Tornadogürtel der USA (jährlich ca. 700), zwischen Texas und South Dakota, durch das Zusammentreffen vom warmer Luft aus Mexiko und kalter westlicher Luft in den Rocky Mountains.

Kleine Tornados kommen jedes Jahr auch in Deutschland vor, besonders häufig im Norddeutschen Tiefland, zwischen den Küsten der Nord- und Ostsee.

In Australien gibt es an Land auch noch den ‘kleinen Bruder’ des Zyklons, den Willy-Willy, auch Staubteufel oder Kleintrombe genannt - nicht zu verwechseln mit den Großtromben -, ein Luftwirbel, der meistens an der Australischen Nordküste vorkommt und nicht mit Wolken in Verbindung steht. Er entsteht durch bodennahe Überhitzung der Atmosphäre, meistens in Wüstengegenden, mit einer Breite von 1 bis 200 Metern und mehreren hundert Metern Höhe, erreicht er im Durchschnitt eine Geschwindigkeit von ca. 50 km/h und hat oft nur eine kurze Lebensdauer von ein paar Sekunden bis zu einer halben Stunde.

Mit freundlicher Unterstützung von E-Alert USA - National Weather Emergency Alert System and Wikipedia.