‘Krakendiskussion’ im Tauchcenter von Sea Bees Phuket
Gestern Abend kamen unsere Sea Bees Taucher von ihren Tauchgängen am Shark Point zurück und haben angeregt über Kraken diskutiert. Es gibt so viele Geschichten und Sagen über den Kraken, aber was macht er wirklich?
Was weisst Du über Kraken? Haben sie Zähne oder einen Schnabel? Haben sie ein oder mehrere Herzen, und nur ein Gehirn? Wie alt werden sie? Wie gut ist ihre Erinnerung? Und wie verteitigen sie sich?

Der Name „Krake“ stammt aus dem Skandinavischen und steht für “entwurzelter Baum”, da die Arme wie Wurzeln in alle Richtungen davonragen.
Kraken kommen in allen Meeren der Erde vor. Sie erreichen Größen von wenigen Zentimetern bis hin zum Pazifischen Riesenkraken (Enteroctopus dofleini), der Spannweiten von über 4 Metern erreicht.
Eigenschaft, die Kraken und ihre Verwandten am offensichtlichsten von anderen Kopffüßern unterscheidet: Kraken und Papierboote haben, im Gegensatz zu Kalmaren und Tintenschnecken, acht anstatt zehn Fangarmen.
Die Arme tragen ungestielte Saugnäpfe, die keine Verstärkungsringe aufweisen. Kraken haben auch einen „Lieblingsarm“, den sie häufiger benutzen als die anderen Arme.
Wenn Beute ergriffen wurde, wird sie in Richtung der Mundöffnung gezogen, wo der kräftige Hornschnabel ein Loch in die Schale oder Panzerung der Beute – die meisten Beutetiere der Kraken – Krebse, Krabben, Schnecken, Muscheln u.a. – haben entweder einen Außenpanzer oder eine Schale – beißt. Anschließend löst der Krake mit seinem Verdauungssaft die inneren Organe der Beute auf und saugt den Proteinsaft auf.
Kraken haben die ursprüngliche Schale der Kopffüßer komplett reduziert, sie besitzen entsprechend kein Innenskelett und sind dadurch extrem beweglich und können selbst durch engste Spalten und Löcher schlüpfen. Eine Ausnahme bilden dabei allerdings die Weibchen der Papierboote, die aus einem Sekret ihrer Armdrüsen eine äußere Schale als Eibehältnis bauen.
Besonders bekannt sind die Kraken aufgrund ihres hochentwickelten Nervensystems. Sie besitzen sehr gute Linsenaugen und besonders die Arme und mit ihnen die Saugnäpfe sind stark mit Nerven durchzogen und können sich unabhängig vom Gehirn bewegen.
Für eine begrenzte Zeit sind Kraken imstande, das Wasser zu verlassen und auch an Land herumzuwandern.
Kraken haben drei Herzen und neun Gehirne: Neben dem Haupthirn hat auch jeder Arm ein eigenes Hirn.
Manche Kraken können, wenn sie sich zur Wehr setzen müssen, empfindliche Bisse verteilen.
Eine weitere Waffe ist ihre Tintendrüse. Dieses blasenförmige Organ ist eine Seitendrüse des Enddarms und produziert eine dunkle Flüssigkeit, die der Krake in Form einer Wolke ins Wasser entlassen kann.
Mit beigemengtem Schleim kann der Krake der Wolke sogar Form verleihen, und, während der Angreifer die Wolke angreift, sich zurückziehen, nachdem er sich zur Tarnung in den Umgebungsfarben gefärbt hat.
Manche Kraken können sogar einen Arm abwerfen wenn sie angegriffen werden. Der weiterkriechende Arm lenkt den Angreifer ab und der Krake kann verschwinden.
Wie bei den anderen Kopffüßern findet bei den getrenntgeschlechtlichen Arten eine innere Befruchtung statt, die Begattung erfolgt durch den bei den Männchen speziell umgewandelten 3. linken Arm. Dieser wird in die Mantelhöhle des Weibchen eingeführt und überträgt eine mit Spermien gefüllte Kapsel, die Spermatophore. Durch ein explosionsartiges Aufplatzen der Spermatophore werden die Spermien dann freigesetzt und befruchten die Eier. Beim Papierboot löst sich der Hectocotylus der Zwergmännchen mit der Spermatophore komplett ab und ist in der Lage, auch über weite Entfernungen ein Weibchen zu finden und zu befruchten. Entsprechend wurde der abgetrennte Arm wissenschaftlich viel früher bekannt als das Männchen, er wurde jedoch fälschlicherweise als parasitärer Fadenwurm in der Mantelhöhle der Weibchen beschrieben. Kraken bilden keine Larven, ihre Embryonen wachsen als Dotterscheibe auf den großen Eiern heran.
Kraken leben im Durchschnitt nur ein bis zwei Jahre, doch Riesenkraken können unter optimalen Voraussetzungen bis zu 6 Jahren alt werden. Ihr Leben endet meist mit der Begattung und der anschließenden Aufzucht der Jungen. Während das Männchen meist schon nach der Begattung stirbt, überleben Krakenweibchen manchmal erheblich länger.
Während der gesamten Entwicklung der jungen Kraken sorgt das Krakenweibchen für Sauberkeit der Eier, fächelt ihnen sauerstoffreiches Wasser zu und verteidigt sie gegen Feinde. Während dieser ganzen Entwicklungszeit verlässt das Krakenweibchen das Gelege nie und frisst daher nur sehr wenig. Nachdem die jungen Kraken geschlüpft sind, stirbt das Weibchen meist an Entkräftung oder wird von Feinden getötet, gegen die sie sich nicht mehr zur Wehr setzen kann. Nach dem Tod des Muttertiers sind die frisch geschlüpften Krakenlarven während der ersten zwei Monate, in denen sie im Gegensatz zur benthischen Lebensweise (d.h. am Ozeanboden) pelagisch leben, sich selbst überlassen. Die zu erwartenden Verluste werden durch die durchschnittliche Anzahl von bis zu 150.000 Eiern pro Gelege eines Kraken wettgemacht.
Über die Leistung ihres Nervensystems hinaus sind Kraken sehr lernfähig. Sie können sich Farben und Formen merken und finden auch Wege aus komplexen Labyrinthen. Erwiesenermaßen können Kraken verschlossene Dosen öffnen und Flaschen entkorken, um an Beute zu gelangen. Dabei lernen die Kraken auch durch Beobachtung eines Vorgangs, d.h. ohne den Vorgang zuvor selbst erprobt zu haben. In einem Experiment zum Formenlernen des Kraken konnte nachgewiesen werden, dass Kraken Farben in Verbindung mit anschließend im Erfolgsfall gereichtem Futter setzen konnten und auch einfache geometrische Formen auseinander halten können. Andere Kraken, die im Nachbaraquarium gehalten wurden, erwarben dieses Wissen, indem sie den Lernprozess des Versuchskraken durch die Scheiben der Aquarien beobachteten.

2 Responses Leave a comment
na das ist ja mal was interessantes. da hab ich doch den Baby-Oktopus den wir während heute während des Nachttauchganges an Koh Dok Mai gesehen haben gleich ganz anders gesehen.
War richtig niedlich der Kleine aber hat sich auch ganz schön vor uns gefürchtet. Wir haben ihn aber verschont mit unseren Lampen weil er noch so klein und niedlich war (vielleicht 10 cm hoch).
Nachttauchen am Koh dok mai ist geil und grüße an alle
Stephan
Viel zu ergänzen gibt es bei so viel Input wohl nicht mehr.
Vielleicht dass Biss des australischen Blauring Oktopusses sogar für Menschen tödlich ist und dass man sagt dass sich ein Oktopus überall dort durchquetschen kann wo sein Auge durchpasst – und so gross ist das ja gar nicht.